Ich trauere um meinen Sohn, seit 14 Monaten…so lange Zeit schon…oder doch so kurz?
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*RedaktionsEngel* -
20. August 2019 um 15:53 -
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Ich trauere um meinen Sohn, seit 14 Monaten…so lange Zeit schon…oder doch so kurz?
24 Jahre hat er einen großen Platz in meinem Leben eingenommen, hat dazugehört, war so selbstverständlich mit dabei in unserem Alltag.
Er wohnte nicht mehr zu Hause, wir hatten jedoch regelmäßig, mehrmals die Woche, Kontakt, besuchten uns, hatten auch Differenzen, Diskussionen, unterschiedliche Meinungen… und eine tiefe, innere Vertrautheit und Liebe zueinander.
Wir wussten, jeder kann sich im Ernstfall auf den anderen verlassen. Er war ein sehr eigenwilliger und eigenständiger Mensch, liebte die Freiheit und hasste jeglichen Zwang. Er war einfach ER, und genauso einzigartig wie er war, genauso vermisse ich ihn täglich aufs Neue.
Ich spüre nach all den Monaten immer wieder, wie fassungslos ich manchmal bin und wie unmöglich und irreal mir sein Tod erscheint.
Ich lebe nach außen den Alltag… jedoch viel zurückgezogener und ruhiger als zuvor. Ich lebe in Zeitlupe….und fühle mich trotzdem manchmal wie im „Zeitraffer“. Ich werde an manchen Tagen gedanklich in frühere Zeiten zurückgeworfen und versinke in Erinnerungen an die Zeiten, wo die Welt für mich noch heil schien und ich mich noch über Alltagsprobleme aufregen konnte. Das kann ich momentan nicht mehr…neben dem Tod scheint mir vieles so unwichtig.
Ich habe noch zwei Erwachsene Kinder und liebe diese sehr, aber dieses eine „verlorene Kind“ ist und bleibt unersetzbar. Ich lebe weiter, führe aber eine Art „Doppel-Leben“:
Eines für die „Außen- und Umwelt“…und eines, zu dem nur die wenigsten Menschen Zugang haben, zu dem ich selbst manchmal kaum Zugang finde.
Ich habe meinem Sohn das Leben „geschenkt“….wie es so schön heißt…er hat das Geschenk zurückgegeben, wollte oder konnte es nicht mehr haben…hat sich für den Tod entschieden, und sich mit einem Brief von uns verabschiedet…….ich habe das zu akzeptieren, mal fällt es leichter, mal schwerer…aber fehlen wird er immer.
Seine Lücke, das „Loch“ in meinem Herzen, die atemlosen Momente des tiefen Schmerzes, sie begleiten nun mein Leben und ich werde lernen, damit umzugehen.
Er war ein Geschenk des Lebens an mich….und ich hatte viel Freude zusammen mit ihm….ich bleibe immer seine Mutter ….und immer wieder gehen mir, so wie jetzt, die Worte aus und ich bleibe einfach sprachlos zurück….
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