Bis zum letzten Atemzug – Mein Sohn verstarb an agressive myeloische Leukämie
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*RedaktionsEngel* -
20. August 2019 um 15:41 -
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Bis zum letzten Atemzug – Mein Sohn verstarb an agressive myeloische Leukämie
Mein Sohn war plötzlich am 11. September 08 (ein wahrlich unvergessenes Datum) krank.
Er hatte AML (agressive myeloische Leukämie). Er musste alles durchleiden, Chemo, Transplantation (6 Wochen hermetisch abgeschlossen), 12 Knochenstanzen, noch mal Chemo. Danach 1 Jahr Ruhe und Hoffnung.
Dann der Schlag: Die AML war wieder da.
Er sollte wieder transplantiert werden, doch er bekam eine Lungenentzündung.
Die letzten 6 Tage lag er im künstlichen Koma.
Ich war jeden Tag bei ihm. Habe ihn angeschaut, mit ihm geredet, ihm vorgelesen, ihm Mut zugesprochen und immer wieder gesagt: „Der liebe Gott lässt einen so jungen Vater wie Dich nicht sterben. Dein Sohn braucht Dich doch… Wir brauchen Dich!“
Am vorletzten Tag seines Lebens hatte sein Bruder die Nachtwache übernommen. Plötzlich kam ein ihm fremder Arzt und fragte, ob der junge Mann Familie hätte und jemanden hinterlassen würde.
Mein Sohn war so geschockt, dass er mich unter Tränen zu Hause anrief. Ich versuchte,ihn zu beruhigen und zu trösten und sagte ihm, er solle vorsichtig nach Hause kommen. Marcel würde das schon schaffen!!!
Ich hatte eine sehr unruhige Nacht, und morgens um 5 Uhr hatte ich das Gefühl…. mein Kind ruft nach mir.
Ich musste unbedingt in die Klinik, konnte aber nicht mehr selber fahren.
Ich rief meine Freundin an, und zusammen mit ihr fuhr ich zur Klinik, die wir um 8 Uhr erreichten.
Marcel ging es gar nicht gut, aber er lebte noch.
Wir verbrachten den Morgen zusammen oder einzeln bei Marcel. Mittags gegen 1/2 1 Uhr gingen wir sogar noch was essen.
Eine Stunde später wurde ich unruhig und wir gingen zurück. Im Zimmer war alles wie immer, nur die Geräte sagten mir, es wurde schlimmer und Marcel bekam immer weniger Luft in seine Lungen.
Gegen 14.05 Uhr kamen die Ärztin und Marcels persönlicher Pfleger rein. Der Pfleger stellte sich hinter mich, die Ärztin redete mit mir und sagte, Marcel würde es leider nicht schaffen. Er läge im Sterben.
Sie kontrollierte die Beatmung, stellte den Ton des Überwachungsgerätes ab und hielt Marcels Hand, ich die andere.
Meine Freundin saß mir schräg gegenüber und anhand ihrer Tränen konnte ich sehen, was ich auf dem Monitor nicht mehr sehen konnte…… Mein Kind starb…. Marcel machte den letzten Atemzug um 14.13 Uhr.
Ich habe mein Kind am 22.08.1983 geboren und habe ihn am 25.02.2008 wieder gehen lassen müssen.
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