Was geht in meinen Enkeln vor?

  • Hallo,

    meine 32 jährige Schwiegertochter ist im April an einem Krebsleiden relativ unerwartet und schnell verstorben. Zurück geblieben sind mein 30 jähriger Sohn und 5 Kinder im Alter zwischen 1,5 und 11 Jahren. Wir haben im Familienkreis eine Abschiednahme für die Kinder durchgeführt, bei welcher auch alle Kinder dabei waren, die Mama nochmals sehen konnten, anfassen und Geschenke in den Sarg legen konnten. Wir dachten das verdeutlicht die Endgültigkeit ein bisschen. Und jetzt kommt meine Unsicherheit. Die Kinder erwähnen ihre Mama mit keinem Wort oder Frage. Nicht mal der 4 jährige. Wir sehen uns Bilder an, auf welchen auch meine Schwiegertochter zu sehen ist und die Kinder zählen auf, Oma...Papa...Geschwister .... aber nicht Mama.

    Leider wohnen wir weit weg. Mein Sohn Nähe Stuttgart, wir in Magdeburg. Das erschwert die Hilfestellung enorm.

    Ich wüsste so gern was in den Kindern vorgeht. Soll ich sie fragen und Mama ansprechen? Nach außen sind sie fröhlich und unbeschwert aber das kann doch nicht wirklich so sein?

    Über eure Gedanken und eventuelle Anregungen würde ich mich sehr freuen.

  • Hallo,

    die Kinder verarbeiten Verlust anders als wir Erwachsende, ist so meine Erfahrung.


    Als mein Dad starb, hat mein Bruder auch entschieden, dass die Kinder von Opa abschied nehmen, 6 und 8 waren sie damals.

    Sie sahen mein Dad, als er verstorben war zuhause, waren auch bei der Beisetzung gewesen.

    Auch sie sprechen nicht oft von Opa, nur wenn wir gemeinsam ans Grab gehen. Da kommen die Fragen, wo Opa jetzt ist?

    Ich denke es ist sehr wichtig für Kinder Abschied zu nehmen, bewusst würde ich die Kinder nicht drauf ansprechen, auch wenn es um eigene Mutter geht.

    Vielleicht sollte dein Sohn versuchen mit dem Kindern zu reden.

    Verstehe es nicht falsch, aber Du bist weit weg, also kannst Du es, wenn Du es am Telefon z.B. ansprichst nicht im nachhinein auffangen, wenn das Telefonat beendet sein sollte.


    Erwachsene machen auch oft dem Fehler vor den Kindern eigene Trauer zu verbergen und wenn es Erwachsene so machen, auch wenn Kinder es spüren, machen es Kinder den Erwachsenden nach. Es ist eine sehr schwere Situation für die Kinder.


    Wie verhalten sie sich, wenn sie zum Grab gehen?

    Haben sie fragen gestellt, was mit Mama jetzt passiert ist?


    Liebe Grüße

    Marek Jan




    Was vergangen kehrt nie wieder,
    aber ging es leuchtend nieder,
    leuchtet`s für die Ewigkeit noch zurück.

  • Hallo,


    es tut mir leid, dass du deine Schwiegertochter und die Familie Frau und Mutter verloren habt. So ein Verlust ist sehr schwer. Vor allem die Kinder wissen nicht was sie davon halten sollen, dass die Mama plötzlich nicht mehr da ist und sie auch nie wieder kommt.

    Wie Marek-Jan schon geschrieben hat trauern Kinder anders als Erwachsene. Es gibt in Baden-Württemberg einen Verein, Lichtblick- TAK, dieser bietet Hilfe für trauernde Kinder an. Vielleicht könnte dein Sohn sich erkundigen ob es diesen auch in seiner Nähe gibt. Ich weiß, dass es ihn in Heilbronn gibt. Im Internet steht auch die Telefonnummer neben vielen anderen Informationen.

    Ich wünsche euch allen, vor allem aber dem Vater, viel Kraft für die kommende Zeit. Es ist sehr schwer die/den Partner/in zu verlieren und sich in all der Trauer und dem Schmerz um die Kinder kümmern zu müssen.


    Liebe mitfühlende Grüße

    Manuela