Seltsame Trauer - Normal?

  • Hallo,

    meine Oma ist vor kurzem unerwartet gestorben, vorgestern war ihre Beerdigung. Das Problem ist, dass ich nicht weine, mal abgesehen während der Beerdigung. Ich hab das Gefühl, dass ich hartherzig bin. Ich meine, ich trauer schon, und habe ständig ein ganz unangenehmes Gefühl, aber ich weine nicht. Ich kann das ganze irgendwie nicht richtig fassen. Während der Beerdigung habe ich ihr Bild neben dem Sarg gesehen, da war es mir bewusst, da konnte ich weinen. Aber jetzt hier zuhause, da seh ich den Sarg natürlich nicht, und es ist für mich nicht greifbar. Das Problem wird wohl auch daran liegen, dass ich sie vor ihrem Tod lange nicht mehr gesehen habe.
    Kann mir jemand helfen, und mir einen Tipp geben, wie ich das ganze endlich begreifen kann? Von den Phasen der Trauer habe ich schon gehört, aber eigentlich müsste ich über diese 1. Phase doch schon hinaus sein?

    Danke

  • Hallo lieber Gast!

    Meine herzliche Anteilname zum Verlust deiner Oma.

    Ich denke nicht das du hartherzig bist. Die Trauer hat viele Facetten und jeder geht anders damit um. Du wirst dich noch im Schockzustand befinden und musst erst begreifen, das deine Oma tod ist, da sie ja unerwartet verstorben ist. Sowas geht nicht von einer Minute zur anderen, zumal ihr ja euch ja lange nicht gesehen habt.


    Wenn du möchtest melde dich an, du wirst sehen du bist hier nicht alleine. Viele haben so ähnliches erlebt wie du. Wir versuchen hier füreinander da zu sein und uns gegenseitig zu helfen.

    Leisen Gruß Sabine

    1_18.png      Tante Edith * 07.11.1929 -† 12.01.2022
    1870_1.png Schwester Christel *15.12.1957 †22.01.2022

    1870_2.png    Papa Wolfgang * 22.01.1940 - † 05.03.2022
    1870_3.png   Timmy *3.8.2010 - † 28.9.2023

  • lieber gast

    erst mal mein tiefstes mitgefühl zu dem verlust deiner oma

    ich kann mich simone nur anschliesen

    es gibt viele unterschiedliche facetten der trauer
    bei mir war es zum beispiel bei meiner omili ganz ok sie hatte ein langes erfülltes leben als sie mit 98 jahren ins regenbogenland reiste klar fehlt sie mir aber es ist einfach ok wie es ist
    bei meinem papa war das dann schon schwieriger auch wir haben uns nicht so oft gesehen aber nach seinem langen leidensweg war es erst mal erlösung für ihn und für uns dann steht man unter schock und funktioniert nur und irgendwann kommt dann der zusammenbruch heute denke ich viel an ihn weine auch ab und an aber ich weiß das er jetzt keine schmerzen mehr leiden muß
    auch bei meiner mutter hat es lange gebraucht dieses begreifen ist mir erst jetzt vor kurzem bewusst geworden

    für deine oma :k110:

    leise grüße

    für immer im <3
    Omili 22.07.1909 - 11.07.2006 Kerzenthema
    Papa 17.12.1941 - 06.09.2006 Kerzenthema
    Mama 10.11.1943 - 16.07.2013 Kerzenthema
    Gedankenaustausch: Verlust der Eltern

  • Erst mal mochte ich dir mein Beileid ausdrücken. Der Tod deiner Oma tut mir unendlich Leid.

    Ich kann MarekJan Aussage nur bestätigen, diese Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens ist normal und dauernd bei jedem unterschiedlich lange, je nachdem auch wie unerwartet der Tod des geliebten Menschen war.
    Ich kann nur von mir selbst berichten, ich musste mich auch immer daran "erinnern", dass es wirklich wahr ist. Ich konnte zwar keine Fotos anschauen, aber ich habe die Nähe gesucht.
    Vielleicht hilft dir das auch. Vielleicht gehst du dann ans Grab, bei mir persönlich ging das nicht, ich bin immer an die Unfallstelle meines Bruders und in sein Zimmer gegangen. Das geht bei dir ja nicht, aber vielleicht gibt es ja einen Ort aus deiner Kindheit, den du mit ihr verbindest.

    Ich wünsche dir viel Kraft und sende dir einen leisen Gruß
    Silvi

    So wie du warst, bleibst du hier
    so wie du warst, bist du immer bei mir
    so wie du warst, erzählt die Zeit
    so wie du warst, bleibt so viel von dir hier. (Unheilig - So wie du warst)