Brauche Rat !

  • Hallo!


    Gestern ist mein geliebter Opa verstorben! Nach 3 Jahren Lungenkrebs!
    Es ist sehr schwer für mich,da ich fast bei ihm aufgewachsen bin,er war mein ein und alles.
    Er war immer für uns da und ein total lieber Uropa.
    Mein Problem ist ,ich hatte vor 2 jahren einen Nervenzusammenbruch und kann seit dem meine Gefühle nicht mehr richtig rauslassen.
    Ich bin gestern auch gleich zu meine Mama und habe sie und meine Geschwister getröstet und gut zu geredet,so wie er ist jetzt erlöst usw.
    Mir sind zwar ab und zu mal die tränen gekommen aber so richtig rauslassen und verarbeiten das geht irrgentwie nicht,ich fresse alles in mich rein.Ich hab nur angst das irrgentwann ales wieder auf einmal raus kommt und ich wieder einen zusammenbruch bekomme.


    Hättet ihr vielleicht Tips wie ich das lernen kann?


    Und meine 2.Frage ,ich habe 2 kinder,der kleine 6 jahre hat es ganz gut weggesteckt aber der große hat nur geweint war schwer zu trösten und er versteht es einfach nicht.
    Nun möchte er aber mit zur Beerdigung kommen,soll ich ihn lassen oder soll ich es ihm lieber ersparen?
    Den kleinen werde ich zu Hause lassen.


    Liebe Grüße
    Jeannette

  • hallo liebe jeanette,


    das mit deinem opa tut mir sehr leid. ich drück dich unbekannterweise mal, wenn ich darf. ganz viel kraft für die bevorstehende zeit...



    ich kann jetzt nur aus eigener erfahrung reden...


    ich persönlich habe probleme mit leuten über geschehenes zu reden, allerdings weil ich meine tränen nicht zurückhalten kann...mir hilft es sehr wenn ich das erlebte aufschreibe - entweder so, als würde ich es jemandem erzählen der mir direkt gegenübersitzt oder so, als würde ich es dem verstorbenen direkt in gedanken mitteilen wollen...
    wenn ich schreibe, fließen meine tränen unaufhaltsam...


    bei der sache mit einen beiden kindern habe ich leider keinen rat...ich war noch nie in der situation und habe auch selber keine kinder - jedenfalls nicht mehr...
    ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht, ob ich den größeren mit zur beerdigung nehmen würde...wie alt ist er denn? einerseits kann es sein, dass es für ihn ja auch ein großer hilfreicher schritt in der verarbeitung ist. andererseits kann es auch passieren, dass ihn das alles absolut überfordert. vielleicht kannst du ihn ja selbst einschäten?

  • Hallo gweny,


    Danke für deine Antwort!


    Das mit dem schreiben habe ich auch schon probiert,aber es kommt nichts.
    Ich grüble dauernd und denke nur an ihm. Ich bin manchmal glaub ich ganz weit weg in Gedanken.
    Wenn meine Familie weint,kommen vielleicht mal ein paar Tränen aber ich verspüre einen großen Druck in mir.


    Das mit meinem großem Sohn,er ist 10 Jahre alt,muß ich dann mal sehen wie ich das mache.Er möchte auf jedenfall mit kommen.


    Wir waren die woche vor Ostern auch noch mal mal bei ihm,er wohnt 300 km weiter weg,da wollte er auch unbedingt mit,und ist jetzt froh das er mit durfte und ihn nochmal gesehen hat.
    Da sah er schon sehr mitgenommen aus,und er war auch erschrocken darüber.Aber er hatte es damals gut weggesteckt.


    Ich danke dir erstmal und natürlich darfst du mich drücken!


    LG Jeannette

  • Hallo Jeannette,
    ich kann aus meiner eigener Erfahrung sprechen,
    als ich ca. im Alter deines Sohnes war, starb meine Oma. Ich war bei der Beerdigung dabei, habe meine Mutter auch mal gefragt, wieso sie so entschieden hat. Sie meinte, auch ich hatte das Recht Abschied zu nehmen, sonst hätte ich nicht verstanden, dass die Oma auf einmal weg ist und nie wieder kommt. Ich kann mich bis heute an die Beerdigung errinern und es ist so, dass ich Abschied nehmen konnte. Als ich 16 war starb meine zweite Oma, da konnte ich leider zu der Beerdigung nicht mit, so konnte ich nie wirklich Abscheid nehmen und auch heute denke ich oft, sie lebt noch weiter.
    Spreche mit deinem Sohn, erkläre deinen Sohn vielleicht was bei einer Beerdigung passiert und achte drauf, was er sagt.

    Stillen Gruß
    Marek Jan

  • Hallo Marek Jan,


    Danke für deine Antwort.


    An das Abschied nehmen habe ich auch schon gedacht und ich denke schon das er es packen wird.
    Ich werde dann nochmal in aller Ruhe mit ihm darüber reden und es ihm erklären,aber heute ging das nicht,er war fix und fertig.


    Und vielleicht platzt dann ja bei mir auch der Knoten wenn ich Abschied nehme.
    Ich hoffe es.


    Aber ich denke bei meinem 6 jährigem,kann ich doch sagen das er nicht mit soll,oder soll ich ihn auch fragen?
    Es kommt noch dazu das er hyperaktiv ist,und das möchte ich keinem bei der Beerdigung zumuten.


    LG Jeannette

  • Hallo Jeannette, ich habe innerhalb kurzer Zeit beide Eltern verloren. Meine Kinder sind zwar etwas älter als deine. Sie sind 13,15,17 und 18 Jahre alt. Ich kann dir nur den Tip geben, wenn dein großer Sohn mit zur Beerdigung möchte, dann nimm ihn mit. Sonst wird er immer glauben es seinem Uropa schuldig geblieben zu sein. Vor der Beerdigung meiner Eltern hatten wir als Familie die Möglichkeit im kleinen Kreis uns von Opa und Oma zu verabschieden. Jedes Kind hat einen ganz persönlichen Brief geschrieben oder die kleineren ein Bild gemalt. Dann haben wir beiden ein Familienfoto mitgegeben. Meine Mutter hatte immer ihre Handtasche dabei, auch diese wurde von einer Ordensschwester mit in den Sarg gelegt. Meine Familie war nach dem persönlichen Abschied zwar total müde, aber endlich ließen alle den Tränen freien Lauf. Nach jetzt 4 Wochen sind wir uns einig, es war anstrengend, aber es war für uns alle wichtig im engen Kreis über die Großeltern zu reden und gemeinsam abschied zu nehmen.

  • Hallo Jeannette,


    Das mit deinem Opa tut mir sehr leid.
    Ich kann aber zu dir sagen das es bei mir genauso war als mein Opa vor 3 Jahren starb,ich hatte auch ein tolles Verhältnis zu ihm und liebte ihn sehr.
    Aber an dem Tag als ich erfuhr das er starb war ich nicht richtig fähig zu weinen,es kamen ein paar Tränen aber mehr nicht.
    Am Tag seiner Beisetzung kam es dann mit voller Wucht,ich erinnere mich noch als wir der Urne folgten,habe ich geweint wie ein Schlosshund.
    Auch die folgende Zeit danach konnte ich dann richtig um ihn weinen.


    Ich weiss nicht wieso das so unterschiedlich ist zu trauern,aber seit mein bester Freund vor 5 Tagen starb,bin ich nur noch am weinen sobald ich alleine bin und zur Ruhe komme.
    Bei meinem Opa war die Trauer so komplett anders.


    Zu deinen Kindern kann ich dir nur soviel sagen,wenn der Grosse mitmöchte,lass ihn mit er hat das Recht sich zu verabschieden,wenn er das möchte.
    Bei deinem Kleinen kann ich nichts sagen,das musst du alleine entscheiden inwiefern er es verkraftet oder nicht.


    Lass dich mal vorsichtig drücken :knuddel:



    Traurige Grüsse
    Sonja

  • auch mir tut es sehr leid, daß dein opa gehen mußte.


    mit deinen kindern würde ich sagen, wenn du den großen mitnehmen solltest, erkläre ihm bitte genau, was ihn erwartet. denn wenn er unvorbereitet geht, könnte mehr schaden angerichtet werden als anders herum.


    ja, den kleinen, ich weiß nicht. ich persönlich würde ihn nicht mitnehmen, aber er wird es sicher nicht verstehen, warum dann sein bruder mitgehen darf. es ist eine verzwickte sache.


    ich war als kind auf einer beerdigung, obwohl ich nicht wollte, und es hat mir ziemlich lange sehr zugesetzt, obwohl ich auch schon 11 jahre alt war.


    also du kennst deine kinder, wir nicht, und es ist eine schwere entscheidung, die du dir sehr gut überlegen solltest.


    viele grüße, ute :wink:

  • Ich Danke Euch alle für die lieben Worte!


    Also ich werde meinem großem dem wunsch lassen und ihn mitnehmen.Ich werde ihn auch noch genau aufklären wie es genau abläuft.


    Bei dem kleinen habe ich entschieden das er zu Hause bleibt.Er wollte auch vor Ostern nicht mit um ihn zu besuchen,er wollte ihn so in Erinnerung behalten wie er ihn zuletzt im August zu seiner Einschulung gesehen hat.Ich habe ihn vorher gefragt ob er mitmöchte und ihm erklärt wie es um ihn steht.
    Als er erfahren hat das er gestorben ist,hat er es schön geredet,zb.das er jetzt im himmel ist und auf uns aufpasst,das es da viel zu essen gibt und jetzt fliegen kann, usw.
    Ich denke mal er würde auch garnicht mitwollen zur Beerdigung.


    Mir geht es immer noch nicht besser,ich habe ein unendlichen Druck in mir,so eine "mir ist alles scheiß egal "laune.Ich hoffe es kommt noch raus.Aber bis zur Beerdigung sind es noch 2 Wochen!


    Aber es tut schon mal gut etwas zu schreiben.


    Also danke nochmal an euch!


    Liebe Grüße Jeannette

  • hallo jeanette,
    jeder trauert doch auf seine art. setz dich bitte nicht unter druck! du bist ja hier und du suchst ja hier auch rat. du schreibst uns das du traurig bist! und ist das nicht schon ein kleiner schritt der trauer? ich selbst finde meinen grössten trost im schreiben. rede aber auch sehr viel über meine erinnerungen an all die lieben menschen, die mich bisher verlassen haben. allerdings verhalte ich mich da ähnlich wie du! ich zeige keine gefühle. aber trotzdem fühle ich! ganz innen, ganz tief in meinem herzen!


    ich habe schon als kind meine grosseltern, tanten und onkels verloren. damals durfte ich nicht zur beerdigung! dieser abschied fehlt mir noch heute! erst später, als ich mich das erste mal verabschieden konnte, wurde mir bewusst wie sehr ich probleme damit hatte, nicht "tschüss" sagen zu dürfen....


    ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen und ich wünsche dir viel kraft auf deinem weg, diesen verlust zu verarbeiten.

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