Lieber Markus,
mein aufrichtiges Beileid zum Verlust deines geliebten Bruders. Es ist schwer jemanden bis zum Tod zu begleiten. Noch schwerer, wenn es jemand ist den man liebt.
Marek Jan hat es so gut beschrieben. Ich möchte dir auch noch mal in aller Deutlichkeit sagen: Du hast deinem Bruder nicht weh getan!
Und: Es hätte nichts genützt, wenn du nochmals einen Arzt gerufen hättest. Im Gegenteil, dadurch wäre nochmal viel Unruhe entstanden. So hast du deinem Bruder ermöglicht, mit dir, einer vertrauten Person, an der Seite gehen zu dürfen. Das ist das größte Geschenk was du ihm hast geben können.
Ich habe meinen Mann in der gleichen Situation, auch Krebs und am Ende Sedierung, begleitet. Ich weiß wie furchtbar schwer das ist. Und ich kenne auch die Gefühle während dieser Zeit. Dieses Schwanken zwischen "Jetzt geh doch endlich, damit deine Qual vorbei ist " und "Bitte, bitte bleib bei mir "
Ich vergesse nie, wie ich zu ihm gesagt habe, dass er gehen darf, wenn er das Licht sieht, während in mir drin alles geschrien hat " lass mich nicht allein ". Aber ich habe es für ihn getan.
Genau so hast du es für deinen Bruder getan. Er muss jetzt nicht mehr leiden. Und er durfte spüren, dass du da warst. Etwas schöneres hättest du für ihn nicht tun können. Mach dir bitte keine Vorwürfe mehr. Du bist nicht weggegangen als es unerträglich wurde. Du bist geblieben. Darauf kannst du stolz sein.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für diese schwere Zeit.
Liebe mitfühlende Grüße
Manuela