Beiträge von *GedenkEngel*
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Nova Stern an heutigen Jahrestag soll diese Kerze für deine Mutti leuchten
Schweigend
Schweigend gehst du aus der Zeit,
Kein Ruf, kein Laut hält dich bereit.
Doch in uns lebt dein sanftes Wesen,
In jedem Tag, der still genesen.
Die Welt wird nie die gleiche sein.
Verfasser: Theodor Storm (gestorben 1888)
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Schnuggele für deinen Reinhold zum Jahrestag soll diese Kerze hell leuchten
Erinnerung
Du bist gegangen, doch nicht fort,
Dein Lächeln wohnt an manchem Ort.
In alten Büchern, leisen Liedern,
In Abenden mit offenen Wundern,
Lebst du, ganz ohne Wiederkehr.
Verfasser: Christian Morgenstern (gestorben 1914)
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Bea1001 zum Gedenkgeburtstag von Hinnerk soll diese Kerze leuchten
Der letzte Weg
Der letzte Weg ist still und weit,
Kein Schritt mehr ruft, kein Klang begleitet.
Was einst so laut in uns geklungen,
Ist nun in sanftem Wind verklungen.
Nur Liebe bleibt – als stummer Schwur.
Verfasser: Detlev von Liliencron (gestorben 1909)
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Zum heutigen Jahrestag von Emilio Ballack soll diese Kerze leuchten
Abschied
Nun ruhe denn in stiller Nacht,
Fern aller Not, die dich bewacht.
Kein Schmerz wird deine Stirn mehr drücken,
Kein Sehnen deine Brust mehr bücken.
Was bleibt, ist nur das stille Gedenken.
Verfasser: Friedrich Rückert (gestorben 1866)
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Für Ulrike, Marios sehr gute Freundin aus der Klinik soll diese Kerze hell leuchten zum 20`ten Jahrestag
Wenn Du nicht mehr erscheinst, läuft Stille durch die Zeit,
vergänglich wie ein Nebelfluss, verweht die Dunkelheit.
Doch über Gräbern wächst zuletzt das Gras – und jene Zeit
die Wunden heilt mit sanftem Hauch, bringt neue Klarheit.
Auch wenn das Herz noch klagt, im Schweigen atmet Ruh,
die Zeit hebt leise Lasten ab und öffnet neues Schuh.
Denn jede Wunde, die genügt, verblasst in Nacht und Licht;
ein Trost ist Zeit – ein leises Wort, das Hoffnung spricht.
Theodor Storm, † 1888
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Eine Kerze zum Jahrestag von Dominik
Immer enger, leise, leise ziehen sich die Lebenskreise,
schwindet hin, was prahlt und prunkt, schwindet Hoffen, Hassen, Lieben.
Und als letzten Punkt im Blick bleibt nur das Dunkel schweigend übrig.
Doch auch in diesem Dunkel klingt ein leiser, sanfter Brief.
Was wir liebten, trägt uns fort – Erinnerung ist Gabe.
Sie bleibt ein Spiegel stummer Zeit, ein flücht’ger, warmer Nachhall.
In jeder stillen Stunde klingt ein Klang, der längst verweht,
doch in uns weiterlebt – Erinnerung weiterlebt.
Theodor Fontane, † 1898
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Für die zwei Kinder zum Jahrestag und auch den Vater, der die Kinder bei erweiterten Suizid mit sich nahm.
Rilke‑Art (aus Rilke: „Der Tod ist groß“)
Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns.
Er nimmt uns ohne Scham und zieht uns sacht hinunter
in ein Schweigen tief wie Stein, doch spricht er von Wunder.
Er ist ein Schatten, der uns formt, uns groß und still zugleich,
uns fest in seiner Mitte hält, im Wandel uns zugleich.
Wenn Stille uns umfängt und Worte uns verwehen,
bleibt Trost uns – leise Größe, die wir niemals ganz verstehen.Rainer Maria Rilke, † 1926
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Heidi28 für Heiner zum Jahrestag soll diese Kerze hell leuchten
Wenn etwas uns genommen wird, tief verbunden mit uns selbst,
geht viel von uns verloren, stirbt unser inneres Feld.
Doch was wir liebten, lebt weiter in Spuren und Klang,
die Erinnerung flüstert leis in jedem Gedankengang.
Das, was ging, bleibt Teil von uns – in jedem stillen Wort,
und Liebe, die wir gaben, ist fort an diesem Ort.
So bleibt, was uns verband, trotz Trennung ewig leicht,
in Erinnerung verblasst nicht, was uns zusammenreicht.
J.F. Rückert, † 1866
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Libelle zum Jahrestag deines Schwiegervaters Siegfried
„Drum klag ich nicht!“
Es wandelt, was wir schauen, Tag sinkt im Abendrot,
die Lust hat eignes Grauen, und alles endet tot.
Ins Leben schleicht das Leiden sich heimlich wie ein Dieb,
wir müssen scheiden von allem, was uns einst so lieb.
Wer möcht geboren werden, hielt’s da droben Haus?
Du bist’s, der mild uns bricht, dass wir den Himmel schauen.
Darum so klag ich nicht, wenn alles Endliche zerbricht,
auch deine Stunde heilt – drum klag ich nicht.Joseph von Eichendorff, † 1857