Ich habe so plötzlich meine Schwester verloren

  • Hallo,... wie fängt man so etwas an? Ich habe am 01.12.2019 plötzlich meine Schwester verloren.

    Sie ist an einem geplatzten Aneurysma im Kopf gestorben. Es gab leider keine Chance die auf irgendeine Weise zu retten. Kein Auf wiedersehen oder Tschüss. Sie ist einfach weg gewesen.


    Es fällt mir verdammt schwer es zu akzeptieren. Für mich ist es immer noch so als würde mein Schwesterchen einfach durch die Tür kommen und sagen, tataa, da bin ich wieder.


    Das ganze Leben hat sich seit dem so extrem geändert.

    Wir wollten doch in 3 Monate ihren 40. Geburtstag feiern. Wir wollten mir ihren und meinen Kindern nach Kroatien in den Urlaub fahren.

    Wir wollten anfangen das Motto der Schuleinführung für nächstes Jahr festzulegen.

    Wir hatten so viel vorgenommen, wofür mir gerade die Kraft fehlt aus auch zu tun.


    Es ist so ein Chaos das ich das Gefühl habe durchzudrehen.


    Wenn ich an sie denke, zerreißt es mir das Herz und trotzdem stark sein zu müssen für ihre und meine Kinder.


    Wir 4 Geschwister haben schon immer so ein starkes Band zwischen uns und nun ist da diese Lücke, die leer ist.


    Sie fehlt mir einfach. Keine Telefonate mehr. Keine spontanen Ausflüge mehr an den Wochenenden.

    Einfach ein Loch das ich nicht überspringen kann.



    Ich habe Angst die Trauer zuzulassen.


    Ich danke euch fürs zuhören.


    Franzi

  • Hallo Franziska,


    es tut mir leid, dass du so plötzlich deine Schwester verloren hast. Es ist immer schmerzhaft eine geliebte Person plötzlich nicht mehr um sich zu wissen. Ich wünsche dir, und vor allem den Kindern auch, viel Kraft für diesen schweren Weg.


    Dass du den Verlust deiner Schwester noch nicht akzeptieren kannst ist ganz normal. Wie soll man so etwas auch verstehen? Es wird sicher noch einige Zeit vergehen müssen bis du das annehmen kannst. Ob man so etwas jemals versteht weiß ich nicht. Mittlerweile sind es über fünf Jahre her seit mein Mann gestorben ist. Ich akzeptiere es, weil mir nichts anderes übrig bleibt, aber verstehen werde ich das nie. Warum müssen Elternteile gehen, wenn die Kinder sie doch noch brauchen? Auf diese Frage wird es nie eine Antwort geben...


    Deine Gefühle fahren zur Zeit Achterbahn. Das heißt aber nicht, dass du verrückt wirst. Zur Trauer gehören so viele unterschiedliche Gefühle, dass man sie gar nicht alle gleich benennen kann. Trauer, Wut,Schmerz, Mitleid, Selbstmitleid, Ärger, Frust... so vieles ist Teil der Trauer. Und alles darfst du fühlen. Es ist alles richtig. Vielleicht hast du manchmal das Gefühl schreien zu müssen, dann tu es. Auch die Tränen sind hilfreich, weil sie kurze Zeit ein bisschen Linderung bringen. Wenn du wütend bist kannst du dich mit etwas anstrengendem abreagieren, z.B. Joggen, Holz hacken oder du schlägst auf ein Kissen ein. Aber besser, wenn die Kinder nicht da sind... Alles was sich für dich richtig anfühlt ist auch richtig.


    Ja, der fehlende Kontakt ist nur sehr schwer auszuhalten. Dieses Nie-wieder zerreißt einem das Herz. Im Moment gibt es leider nichts was dich trösten könnte, aber wenn du möchtest dann schreibe hier weiter und es wird dir immer jemand antworten. Wir versuchen hier, uns gegenseitig beizustehen und uns etwas Trost zu spenden. Hier wirst du immer auf Verständnis treffen, weil dich jede/r hier genau versteht. Und in den Beiträgen von uns “älteren Mitgliedern“ wirst du sehen, dass die Trauer mit der Zeit etwas besser wird und der Schmerz irgendwann nachlässt.


    Liebe mitfühlende Grüße

    Manuela

  • Hallo Franziska,


    zunächst einmal mein herzliches Beileid zum Verlust Deiner Schwester. Es ist sehr schwer einen Verlust zu akzeptieren. Ich habe meine Mama auch letztes Jahr verloren und ich kann es immer noch nicht akzeptieren, aber ich muss es.

    Der Verstand akzeptiert, das Herz nicht.

    Wir waren ein eingespieltes Team.

    Hier kannst Du Deine Trauer zulassen. Heule, schreie, glaube mir es hilft, jedenfalls für einen Moment.


    Ich schicke Dir eine Umarmung, wenn ich darf.


    Liebe Grüße


    Nadine

  • Hallo Franziska,


    mein Beileid zum Verlust Deiner Schwester. Wir alle hier wissen wie es sich anfühlt einen geliebten Menschen zu verlieren.

    Dieses Forum kann dir Helfen deine Sorgen, Gedanken und Nöte von der Seele zu schreiben, mir hat es sehr geholfen. Du wirst hier immer jemand finden der Dir ein paar Zeilen schreibt und versucht Dir beizustehen.

    Aber es gibt auch Momente wo wir hier nur mal mitlesen können und es nicht schaffen zu Antworten, das ist auch völlig Normal. Wir alle hier sind in Trauer und haben gute und schlechtere Tage.

    Lasse Dir eine sanfte Umarmung da und sende Dir einen leisen Gruß.


    Anke!

  • Hallo Ihr


    vielen lieben Dank für die lieben Worte.


    Es ist alles so kompliziert, mein Schwesterherz hat 3 kleine Mädchen im Alter von 9 und 5 Jahren. Sie ist alleinneziehend. Bzw. war. In nder Vergangenheit schreiben ist so schwer.

    Man merkt ihnen an, dass sie sich immer mehr zurück ziehen aber gleichzeitig auch so große Verlustängste haben.


    Im Moment wächst allen alles über den Kopf. Man fühlt sich so in einer Sackgasse gefangen und weiß nicht wie man weiter gehen soll.


    Wir gehen ab heute zu einer Trauerbegleitung. Ich hoffe allen Kindern und mir hilft es.


    Liebe Grüße Franzi