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  • Ich weiß, daß ich hier nicht alleine stehe mit meiner Trauer, meinem Schmerz und der noch allzu frischen Wunde, die der Tod meines geliebten Sohnes gerissen hat...

    Deswegen schreibe ich heute hier, weil ich im Moment glaube, verrückt zu werden, obwohl ich auch weiß, wie sich Trauer anfühlt und welche Phasen man durchschreiten muß, bis irgendwann nach Jahren das Weinen aus heiterem Himmel ( fast ) aufhört, doch es ist so vollkommen anders, wenn man sein Kind verliert...

    Es tut so weh, es ist so unwirklich, so unfassbar, so unglaublich...es kann nicht wahr sein und doch ist es grausame Realität.

    Mein Sohn wurde im Februar 2020 notoperiert, nachdem ein extrem bösartiger Hirntumor festgestellt wurde.

    Am 30.12.2020 um Punkt 10:00 Uhr verstarb er in meinen Armen, zuhause, wo er bis zuletzt bleiben wollte.

    Wir hatten genügend Zeit, um Abschied voneinander zu nehmen und trotzdem reicht die Zeit nicht aus...ich möchte ihn wieder in meinen Armen halten, ich möchte wieder mit ihm lachen, reden, über die Zukunft sprechen...

    Dieses Bild, als die Fahrer des Bestattungsinstitutes ihn abholten, ihn "einpackten" und forttrugen...meinen Sohn...meinen toten Sohn...der seinen Vater aufgrund eines ebenso bösartigen Hirntumors verloren hatte, als er erst 2 1/2 Jahre alt war...dieser so geliebte Sohn ging mit erst 24 Jahren den selben Weg...es ist so unfassbar, unsäglich...

    "Warum? Was habe ich getan? Ich habe doch nichts getan..." waren seine Worte den Abend davor und ich wusste keine Antwort; ich konnte nur immer wieder sagen, daß es nicht seine Schuld sei und daß niemand etwas dafür kann, daß sich dieser Tumor in seinem Kopf breitmacht, er hatte noch einen wachen Moment und wir konnten uns noch sagen, wie lieb wir uns haben, doch kann man das oft genug betonen?

    Ich sage es immer noch, immer wieder, ich hoffe, er hört mich irgendwo, ich vermisse ihn so sehr, mein Herz zerspringt und ich bekomme diese Bilder nicht aus dem Kopf...sein Sterben, sein Leidensweg, seine psychische und physische Auflösung, anders kann man es nicht nennen, seine Verzweiflung, als er erkennen musste, wie sein Geist immer mehr schwindet...

    Es tut mir so unendlich leid und ich konnte nichts tun, außer ihm zur Seite zu stehen, doch jeder, dessen Kind gestorben ist und dies ebenso hilflos mitansehen musste, mit dem Wissen darum, aber dem nicht Glaubenwollen...jeder, dessen geliebter Angehöriger gestorben ist, weiß, wovon ich rede undalleine deshalb habe ich hier geschrieben...ich muß mich nicht erklären und auch meine Trauer nicht.

    Mein Sohn ist tot, aber ich verstehe es nicht, ich begreife es nicht, ich will das nicht...

    • Hallo,


      Mein aufrichtiges Beileid

      Gerne würde ich Dich in den Arm nehmen und dich trösten, aber ich weiß

      das dies leider nicht möglich ist. Nicht nur weil es am Computer nicht geht

      sondern weil ich weiß das es nicht möglich ist dir nach dem Verlust

      deines Sohnes Trost zu geben.

      Ich möchte Dir ganz viel Kraft schicken für die schwere Zeit

      und herzlich Willkommen heißen in diesem Forum.


      Leise Grüße

      Christa

    • ...ich möchte mich für das "Willkommenheißen" bedanken, doch glaube ich nicht, daß ich mich weiter hier melden werde.

      Anteilnahme, Mitleid, Mitgefühl...ich glaube, das war nicht das, was ich suchte, obwohl ich auch nicht genau sagen kann, ob ich etwas suchte...ich denke, ich wollte nur etwas zum Ausdruck bringen, das Ganze niederschreiben und das an einem Ort, an dem man das verstehen oder zumindest irgendwo nachvollziehen kann...aber ich möchte mich eigentlich nicht austauschen oder weiter über den Tod meines Sohnes schreiben...mein Herz blutet und ist zersprungen, diese Wunde heilt nicht mehr.

      Ich würde mich nur wiederholen in meinen Wehklagen oder vom Leid anderer Trauernder lesen, was alles nur noch schlimmer machen würde...

      Ich bedanke mich dafür, daß Ihr meinen Beitrag gelesen und darauf reagiert habt, möchte mich aber hiermit auch wieder verabschieden; letztlich sind wir alle in unserer Trauer alleine und so individuell wie der oder die Verstorbene.

      Viel Kraft allen Betroffenen!

      L.G.