Ich habe vor knapp 6 Jahren meine Mama verloren , meine Haltestelle für schwierige und leichte Momente in meinem Leben , meine Mama war mein Mittelpunkt immer zu jeder Zeit für uns alle. Sie war die Person die immer sich zurückgehalten hat für uns , meine Schwester und ich hatten eine sehr enge Beziehung zu ihr aber ich hatte eine extreme Bindung zu ihr sie hat mich im Arm genommen ohne Worte wenn sie wusste alles ist doof. Doch dann wurde sie sehr schnell und schwer krank mein Vater und ich haben sie 6 Jahre gepflegt 6 Jahre in denen wir uns alle zurück genommen habe , 6 Jahre immer wieder Chemo und zurück zwischen Hoffnung und Angst war alles dabei . Bis sie im November 2020 eingeschlafen ist wir haben immer geredet wie *friedlich* es ist so zu sterben , unsere Mama war zu diesem Zeitpunkt 56 Jahre alt hatte ein Enkelkind im Alter von 3 Jahren und eine Familie die sie so geliebt hat. Zu diesem Zeitpunkt war mein Papa schon Dialyse Patient er hat sich sehr auf geopfert für uns.Ich habe mich nach dem Tod leer gefühlt ich habe aber auch neue Hobbys gefunden habe die Wohnung ausgemistet weil sich alles zu viel angefühlt hat , während ich versucht habe mit der Trauer zu leben wurde Papa immer schwerer krank und was am Anfang nur mit Dialyse begann wurde am Ende zum Lebensbedrohlichen Zustand , Papas Herz wurde krank es wurde Krebs festgestellt und viele viele weitere Diagnosen etliche Momente voller intensiv Station und Krankenhaus waren unser Alltag. Ich habe in der Zeit vorallem eins funktioniert!! Als Papa im Februar nach 3 Tagen kaum ansprechbar Organversagen verstorben ist fühlte ich mich nicht nur leer ich fühlte mich gnadenlos verloren , ich habe meinen Job hingeschmissen weil alles zu viel.wurde alles wurde zu laut ich war und bin es immer noch zu müde ich weiß nicht mehr wer ich war davor , Mamas Tod war schlimm aber Papas Tod hat mich zerstört und alles was jetzt kommt macht mir Angst. Ich weiß das beide nicht mehr leiden mein Verstand weiß das niemand so ein Leben voller Krankheit verdient hat aber trotzdem weiß ich nicht wie ich jemals wieder zu mir finden soll wenn ich lache fühlt es sich falsch an ich kaufe immer mehr bücher um in andere Welten zu tauchen ich gehe viel spazieren und Versuche irgendwie klar zu kommen
Ich weiß nicht mehr wer ich bin seid dem Tod meiner Eltern
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Hoffnungslicht -
15. Mai 2026 um 14:50
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Hallo,
Mein Beileid zum Verlust deiner Eltern. Es ist sehr schwer plötzlich ohne die Menschen zu sein, die das ganze Leben lang immer da waren. Es ist toll, dass du dich um beide so sehr gekümmert hast. Das ist bewundernswert. Dadurch hattest du weniger Zeit für anderes, vor allem für dich selbst. Plötzlich fehlt diese Aufgabe und deine Arbeit ist jetzt auch weg. Dadurch hast du jetzt auf einmal so viel Zeit wie schon lange nicht mehr.
Dazu kommt die Trauer, der Schmerz und alles was dazugehört. Wahrscheinlich bist du so müde, weil du lange Zeit überlastet warst. Trauer macht zusätzlich müde, weil sie viel Kraft verbraucht. Ruh dich aus. Schlafe so viel du kannst.
Du wirst dich wieder finden. Versuche dich daran zu erinnern was du gerne gemacht hast bevor deine Mutter krank geworden ist. Hattest du ein bestimmtes Hobby? Vielleicht kannst du das wieder machen? Das ist vielleicht ein Anfang.
Wenn du soweit bist findest du bestimmt auch wieder einen Job der zu dir passt. Aber jetzt musst du erst mal Dinge machen die dir gut tun. Du selbst bist jetzt wichtig. Spazieren gehen und lesen ist doch super. Viele können am Anfang der Trauer überhaupt nicht lesen, weil ihnen die Konzentration dazu fehlt.
Gibt es in deinem Leben eine/n Partner/in? Oder gute Freunde, die dir beistehen?
Verlange nicht zu viel von dir. Geh einfach einen Schritt nach dem anderen. Mehr ist im Moment nicht möglich. Und es ist auch völlig ausreichend. Alles andere kommt später wieder, wenn es dir etwas besser geht.
Du darfst lachen. Ohne schlechtes Gewissen. Ich denke, deinen Eltern hattest immer gefallen, wenn du gelacht hast. Mach es weiter, wenn dir danach ist. Es ist eine kleine Pause für die Seele. Die Trauer holt dich sowieso schnell genug wieder ein.
Ich wünsche dir viel Kraft und dass du hier die Unterstützung findest die du suchst.
Mitfühlende GrüßeManuela
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