Trauer um meine Tochter – Es tut so weh

Veröffentlicht: 4. Februar 2016

Trauer um meine Tochter – Es tut so weh

Geboren, Ängste ausgestanden, behütet, bemuttert und dann, mit 16 Jahren, musste ich mein Kind zu Grabe tragen.

Nur, weil Kathleen zur falschen Zeit am falschen Ort war und der Todesfahrer mit ihr bzw. hinter ihr.

Ist das gerecht, dass ich als Mutti hinter dem Sarg meiner Tochter herlaufe?

Nichts ist mehr so, wie es mal war. Mit dem Tod meiner Sonne ist auch meine Welt zerbrochen. Es tut alles so weh. Loslassen werde ich Kathleen nie. Ja, nach außen sieht es so aus, als funktioniere ich wieder. Aber das ist alles Schwindel. Nur ganz, ganz wenige Freunde, die mir geblieben sind, wissen wirklich, wie es in mir drinnen aussieht.

Die Anderen können eben nicht verstehen, dass ich nach fast 14 Jahren immer noch trauere. Und wenn sie mir dann mit diesen Sprüchen kommen: „Mensch, das ist doch schon so lange her“, könnte ich verrückt werden. Ich werde diesen Satz nie mehr vergessen, als meine Mutti an der Tür klingelte und sagte: „Kathleen ist tot.“

Wie sehr würde ich alles ändern und meine Kathleen wieder in die Arme schließen.

trauerforum075

 

Anmerkung der Redaktion: Der Verfasser ist der Redaktion bekannt. Die Nutzung ist nur für den privaten persönlichen Gebrauch gestattet. Jede darüber hinausgehende Nutzung, insbesondere die private und gewerbliche Vervielfältigung, Änderung, Verbreitung egal in welcher Form oder Speicherung von Texten bzw. Textteilen, bedarf der vorherigen ausdrücklichen Zustimmung des Betreibers von meinetrauer.de. Das Urheberrecht verbleibt beim Verfasser des Textes.

6 Kommentare:

  1. geschrieben am 04.02.16 um 03:00 von Raubkatze

    antworten

    Hallo, deine Sätze kommen mir so bekannt vor nur mit dem unterschied das es bei mir erst 8 Monate her sind!

  2. geschrieben am 21.02.16 um 13:38 von ilona Werth

    antworten

    Hallo,Für mich ist am 14.6.2015 eine Welt zusammengebrochen.Da habe ich meine jüngste Tochter 24 Jahre und ihr Lebensgefährten durch einen Unfall verloren.Was wir durchmachen kann nur einer nachemfinden der das gleiche Schicksal hat.Wir haben durch unsere Kinder die Zukunft Verloren.Dann bekommt man gesagt du mußt nach vorne sehen.Ich verstehe dich habe mich auch schon gefragt warum muß ich mein Kind zu Grabe tragen.warum hat er nicht mich geholt.Für dies alles bekommen wir keine Antwort.Wir haben eine große Wunde die blutet,wenn sie aufhört zu bluten bleibt eine dicke Narbe.Wünsch dir trotz alle dem alles Gute.

  3. geschrieben am 26.06.16 um 16:47 von Daniela Horbach

    antworten

    Es kann wohl niemand verstehen oder nachempfinden…..Es schmerzt so sehr die Trauer der Verlust eines Kindes.Eine Mama hat es geboren und durch die Nabelscchnur eng verbunden.Auch mein Sohn ist mit 20 Jahren in seinem Thailandurlaub( Alleine auf grosser Reise) Mit dem ausgeliehenden Roller dort tödlich verunglückt.Wir schrieben alle 5 Min ungefair, bis nichts mehr kam.Ich drehte ab ich spürte es.Rief an..schrieb…nichts! Bis Nachts die Nachts die Nachricht kam :Er ist tot!!! 18.01.2016.Horror!!!! Ich bin alleinerziehend mit noch einem derzeit 14 jährigen.Schock!!!!!!
    Soviel liebe soviel Kraft war in meiner kleinen Familie.Nun fehlt er hier.Es ist verdammt Hart!
    Es gibt nichts Schlimmeres.5 Wochen auf die Asche meines Kindes gewartet….Die Beisetzung.Alles passiert nur in Trance.Jeder Tag ist ein Kampf.Mal gut…mal lachend und wohlauf um zu sagen, Junge wir nehmeb uns die Kraft bis dahin wo wir uns einst alle wieder sehen.Es sind Gottes Wege.Unsere Seelenwege.
    Dann faellt man wieder.Diese abnormen Schmerzen einer Mutter verblassen niemals! Lebenslang.
    Gottes Glaube und Gebete an mein Kind und mein andererer Sohn halten mich aufrecht.
    Dennoch ist man und bleibt sehr einsam mit diesen Schmerzen.
    Ich drücke jede Mama die ihr Kind verloren hat ganz feste in Gedanken.

  4. geschrieben am 18.08.16 um 12:22 von Heidi

    antworten

    Hallo,

    ich fühle mit Dir und egal wie lange der Tod Deiner Tochter her ist, er bleibt präsent ! Sie war ein Teil deines Lebens ! Solange DU lebst , lebt SIE in Dir weiter und das ist gut so . Tod ist nur wer vergessen wird ! Denke solange es Dir möglich ist auf dieser Welt an Deine Tochter, Euer Band der Liebe wird dann nicht zerreißen.
    im Namen aller , die Ihr Kind verloren haben!

  5. geschrieben am 14.10.16 um 15:19 von Klaus Weiss

    antworten

    Hallo,
    Eltern verwaister Kinder haben leider keine Lobby in unserer Gesellschaft. Zuerst wollen einem alle helfen und dann soll alles wieder normal sein. Verrückt ist das, freilich versteht nur, wer das selbst durchmachen muß, aber etwas mehr Mitgefühl sollte doch erwartet werden können.Die Zeit heilt diese Wunde nicht, es wird nur anders, aber heilen kann das nie.
    Die Gedanken? Ich weiß immer noch nicht, ob es gut oder schlecht ist, immer und immer wieder darüber zu reden oder zu schreiben, es reibt auf und zermürbt und dennoch denke ich dann immer:“er hat es so sehr verdient“. „Wir werden dich nie vergessen“, haben wir ihm auf den Grabstein schreiben lassen und daran werde ich mich halten, auch wenn ich dabei zu Grunde gehe. Alles Gute!

  6. geschrieben am 06.04.18 um 00:05 von Matthias Holfeld

    antworten

    Ihre bewegenden Worte gehen mir sehr nahe. Es spielt keine Rolle, ob der Verlust der über alles geliebten Tochter 14 Jahre her ist, oder noch länger. Völlig egal. Der Schmerz ist Teil des Lebens. Es fühlt sich immer an wie eben gerade passiert. Es gibt ein Leben bis zu diesem Moment, und eines danach. Außenstehende können das nicht nachvollziehen.
    Was hilft, ist die Konzentration auf die Restfamilie und den Job. Beides verlangt unsere Kraft und lenkt ab. Auch regelmäßig Sport treiben tut sehr gut.
    Bloss nicht hängen lassen und verwahrlosen oder einem Laster verfallen.
    Dennoch, der Schmerz ist so anderes als alles Bisherige. So diffus, latent vorhanden und immer geeignet einen herunter zu ziehen.
    Wir Menschen sind genetisch so angelegt, daß wir auch schlimmste Tragödien überwinden können und müssen. Auch unser Leben ist zu kurz, um daran zu zerbrechen. Damit ist Niemandem geholfen. Unsere Angehörigen brauchen uns noch.

    Ich weiß nach dem überaus tragischen Verlust meiner 17-jährigen Tochter vor 5 Jahren, wovon ich schreibe. Auch wäre ihr Bruder während der Aussegnungsfeier fast verstorben. Ihm geht es jetzt wieder ganz gut. Die Acherbahn im Kopf als Vater aber bleibt und treibt mitunter komische Blüten.

    Ich wünsche Ihnen unendlich viel Kraft und auch Zuversicht !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*