Seitengeschichte – Entstehungsgeschichte von www.meinetrauer.de / Trauerforum

Veröffentlicht: 27. Januar 2016

Seitengeschichte – Entstehungsgeschichte von www.meinetrauer.de / Trauerforum

Am 23.10.2005 veränderte sich mein Leben von Grund auf, denn ich musste das Liebste und Wichtigste in meinem Leben gehen lassen. Mein Lebenspartner und bester Freund verstarb im Alter von 21 Jahren an Knochenkrebs. Er wollte leben, durfte es aber nicht. Er musste gehen, und ich blieb allein zurück. Die Welt wollte nicht stehen bleiben, die Sonne ging jeden Tag auf, aber ich befand mich in der Dunkelheit, in der es nur Schmerz gab.

Mario starb nach einem sehr langen und sehr harten Kampf, einem Kampf, der immer voller Hoffnung war und durch unsere Liebe begleitet wurde. Wir haben zusammen gehofft, gelebt, gelitten und alles geteilt. Egal, wie schwer unser Weg auch gewesen sein mag, wir haben ihn gemeinsam immer wieder aufs Neue gemeistert, bis zu Marios letztem Atemzug, bis er in meinen Armen starb.

Ohne ihn weiterzuleben, war für mich unvorstellbar und es gab sehr viele Momente, in denen ich nicht mehr weiterleben wollte. Meine Familie und Freunde gaben mir die Kraft dazu, haben mich gestärkt und mich getragen. In den Momenten, in denen mir das Laufen schwerfiel, waren sie meine Stützen. Es gab sehr viele schlechte, sehr traurige Phasen und immer wieder die Frage nach dem Warum und nach dem Sinn meines Lebens.

In meiner Trauer sind mir auf Hinterbliebenen-Treffen, Trauergottesdiensten und im Internet Menschen begegnet, die genauso traurig und am Boden waren wie ich. Es tat mir gut, mich mit denen auszutauschen, die ebenfalls „Trauer“ erleben / einen Verlust erlitten haben. Ich wollte nie vor meiner Trauer wegrennen und mich ganz zurückziehen. Mein Ziel war es, zu lernen, mit der Trauer und dem Schmerz zu leben.

Als mir nach Marios Tod, seiner Beerdigung und all den dazugehörigen Erledigungen, die Aufgaben ausgingen, machte ich mir sehr viele Gedanken darüber, was ich von meinem Leben erwarte. Vor allem, wie es für mich, den Hinterbliebenen, weitergehen sollte.

 

 

Ich hatte mich durch den Verlust sehr verändert. Seit Marios Tod beschäftigte ich mich mit dem unerträglichen Schmerz in mir und suchte nach Wegen, damit zurechtzukommen. Zuerst erstellte ich eine Gedenkseite für ihn. Dort sollte ewig an Mario erinnert werden und meine Trauer einen Platz bekommen. Ich wollte andere Menschen erreichen, um ihnen meine Gedanken und Gefühle mitzuteilen. Seine Gedenkseite war der Beginn meines Trauerprozesses und der aktiven Trauerarbeit.

In meinem Freundeskreis hörte ich auf, über Trauer zu reden, denn ich wollte andere Menschen nicht mehr damit belasten, wie schlecht es mir ging. Ich dachte, ich würde ihnen auf die Nerven gehen, wenn ich ihnen immer wieder von meinem Leid und dem erlebten Schmerz berichte.

Stattdessen fühlte ich mich zu Menschen hingezogen, die ebenfalls einen Verlust erlitten hatten. Sie wussten, wie sehr es schmerzt, jemanden zu verlieren, den man sehr liebt. Ihnen gegenüber war ich offener, weil sie zuhörten und keine Floskeln von sich gaben. Eine dieser Floskeln ist: „Du musst loslassen!“. Was soll ich loslassen? Die Liebe, die gemeinsame Zeit, den Schmerz, Mario, der Mittelpunkt meines Lebens ist/war?

Marios erster Todestag lag vor mir. Tagtäglich erreichten mich viele E-Mails von Fremden, die mich auf meinem Weg begleiteten und mich in dieser schweren Zeit unterstützten. Menschen, die mich nicht persönlich kannten, gaben mir sehr viel Kraft und Mut. Dafür wollte ich mich später auf irgendeine Art und Weise bedanken.

In einigen Trauerforen im Internet war ich nicht willkommen. Ich trauerte um einen Partner in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Entweder waren die Seiten auf Sternenkinder, Ehepartner und Geschwister beschränkt oder die Umgangsformen untereinander gefielen mir nicht.

Im August 2006 hatte ich eine Idee: Ich wollte eine Seite ins Leben rufen, auf der ich anderen Menschen die Möglichkeit geben wollte, über ihre Trauer, ihren Schmerz, ihre Gefühle und Gedanken zu schreiben. Dabei sollte das Tabuthema Tod angesprochen werden: Das Sterben von Menschen, die uns sehr nahe stehen oder standen. Es sollte über Suizid/Freitod geschrieben werden, Sternenkinder, die unvergessen bleiben sollen, auch wenn manche Eltern keinen Ort der Trauer haben, es kein Grab gibt, an das sie gehen können. Vor allem sollte diese Seite für alle da sein, denn jeder hat ein Anrecht auf seine Trauer, unabhängig vom Glauben, der sexuellen Orientierung usw.

Es sollten Erfahrungen, Gedanken und Gefühle mit anderen geteilt werden. Ich wollte meinen bisherigen Weg nicht mehr allein gehen und einen Ort der Kommunikation schaffen. Gleichzeitig wollte ich anderen Menschen, die sehr traurig sind, die Möglichkeit geben, sich mitzuteilen.

Es gibt sehr viele Menschen, die unsere gemeinsame Kraft brauchen. Vergessen, was passiert ist, werden wir nie. Den Schmerz, den wir erlebt haben, kann uns keiner nehmen, aber wir können darüber reden und schreiben. Nicht jeder ist in der Lage, über seine Gedanken und Gefühle zu schreiben, aber die, die es können, sollten diese nicht für sich behalten, denn mit ein paar Sätzen können sie einem anderen Menschen vielleicht helfen, oder ihm Mut machen, mit dem schweren Verlust weiterzuleben.

Innerhalb von drei Tagen setzte ich meine Idee um. Ich meldete die Internetadresse www.meinetrauer.de bei einem Provider an, suchte die passende Software aus, um das Forum einzurichten. Das alles ohne jegliche Programmierkenntnisse. Ich kämpfte mich tage- und nächtelang durch, probierte die verschiedensten Dinge aus und lernte aus meinen Fehlern.

Dabei war es mir sehr wichtig, für andere Menschen da zu sein, ebenso, wie sie für mich da waren. Ich wollte eine Plattform schaffen, auf der sich alle wohlfühlen und anderen Menschen von ihren Sorgen berichten können.

Zunächst gab es nur ein kleines Forum, bis immer mehr Besucher kamen. Ich bastelte am Aussehen der Seite und baute zusätzliche Funktionen ein. Dann folgte der Aufbau des Teams, das mich bei meiner Arbeit unterstützen sollte. Mit diesem kamen neue Ideen, wodurch sich die Seite immer weiter entwickelte.

Wir haben mehrere Menschen unter uns, die sich nicht nur mit Trauer, sondern auch mit anderen Dingen des täglichen Lebens beschäftigen und austauschen.

In unseren Fotoalben können Mitglieder Bilder einstellen und in unserem Gedenkvideo-Portal können Trauernde Videos verlinken, die sie im Gedenken an ihre Liebsten angefertigt haben.

Damit kein Todestag, Jahrestag und Geburtstag in Vergessenheit gerät, haben wir einen Gedenkkalender eingerichtet.

Abends treffen wir uns in unserem Chat, um miteinander zu schreiben. Wir lachen und weinen zusammen.

Mit den Tagebüchern geben wir den Mitgliedern die Möglichkeit, entweder ein öffentliches oder ein privates Trauertagebuch zu führen.

Unser Forum umfasst noch sehr viele weitere Funktionen, die immer weiter verbessert und ausgebaut werden.

Wenn ich heute, nach fast drei Jahren, zurückblicke, denke ich, dass ich/wir eine Plattform geschaffen haben, die anderen wirklich nützlich sein kann.

Dieses Forum soll unseren Gefühlen einen Raum bieten. Gefühle in Worte zu fassen, ist nicht immer leicht. Jemandem zuzuhören oder jemanden zu finden, der einem zuhört, ist sehr schwer. Denn jemand, der nicht von einem vergleichbaren Ereignis betroffen ist, kann manche Gefühle nicht so leicht nachvollziehen. Mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, fühlt man sich verbundener.

Ich hoffe, dass sich hier Menschen zusammenfinden, die Kraft brauchen, aber auch bereit sind, anderen ein bisschen Kraft zu geben.

Hilfe zur Selbsthilfe.

Mein Dank geht an alle Mitglieder, denn ohne Euch würde unsere Seite nicht die sein, die sie ist. Ihr belebt diese Seite und helft Euch untereinander. Es ist eine Gemeinschaft, in der das „WIR“ noch eine wichtige Bedeutung hat. Gemeinsam, miteinander, füreinander.

Des Weiteren gilt mein Dank dem ganzen Team von www.meinetrauer.de, denn ohne Euch würde ich die viele Arbeit nicht mehr bewältigen können. Ihr sorgt immer für neue Ideen, helft den Mitgliedern immer geduldig weiter und seid sehr menschlich. Euer Einsatz in Eurer Freizeit ist enorm groß und unbezahlbar.

Marek Jan Spyrka
Köln 12.06.2009

 

 

Heute blicke ich auf weitere drei Jahre zurück. Die Seite hat sich sehr viel weiter entwickelt, aber auch ich bin weitere Wege gegangen. Mein Ziel war es, mit der Trauer leben zu können, und heute kann/darf ich sagen, dass es mir mit Hilfe dieser Seite gelungen ist. Der Schmerz darüber, dass Mario nie mehr nach Hause kommen wird, ist immer noch da. Aber er ist mit den Jahren erträglicher geworden.

Es war ein aktiver Trauerprozess, der mehr als sechs Jahre in Anspruch genommen hat. Auch heute bin ich manchmal noch traurig, aber der Schmerz, der mir die Luft zum Atem genommen hat, ist nicht mehr so extrem wie zu Beginn des Trauerprozesses.

Ich werde www.meinetrauer.de weiterführen, denn als ich dieses Projekt startete, war ich mir bewusst, dass dies eine Lebensaufgabe sein wird.

Immer wieder kommen neue Menschen zu uns. Aber es gab auch Mitglieder, die unsere Seite verlassen haben mit den Worten: „Ich will versuchen, mit meinem Leben auch ohne eure Unterstützung wieder zurechtzukommen. Danke, dass ihr in der schweren Zeit für mich da wart, aber jetzt ist es an der Zeit, ohne Stütze weiterzugehen. Ich weiß, dass ich immer wieder hierher zurückkehren kann, wenn ich wieder fallen sollte oder mich meine Traurigkeit einholt!“

Es tut mir gut, zu wissen, dass hier sehr viele Freundschaften fürs Leben entstanden sind, dass sich auf unserer Seite Menschen begegnet sind, die sich auch außerhalb des Internets treffen. Wir haben mehrere Forumstreffen und regionale Treffen gehabt.

Mein Ziel ist es, diese Seite nach einem Leitfaden zu führen, den ich mir im August 2006 erstellte. Dieser Leitfaden lässt mich in die Zukunft blicken, und meine Arbeit an der Seite mit genau der gleichen Energie wie 2006 und in all den Jahren danach weiter zu betreiben. Was in diesem Leitfaden steht, ist nur für mich bis jetzt einsehbar.

Ich habe gelernt, mit der Kritik anderer Menschen noch besser umzugehen. Ich versuche, Ideen der Mitglieder umzusetzen, auch wenn dies nicht immer gelingt. Dies ist bei so vielen unterschiedlichen Bedürfnissen und Anregungen auch gar nicht möglich.

Mir wurde nachgesagt, dass ich diese Seite am realen Leben vorbei leite, weil wir hier sehr auf den Umgang miteinander achten und vor allem auf den Ton. Dabei schaue ich auf mein reales Leben, auf meinen Leitfaden und sage: Nein, auch hier findet ein reales Leben statt. Wir brauchen keine Mitglieder unter uns, die sich aggressiv, beleidigend oder bösartig gegenüber anderen verhalten. Durch die Trauer haben wir genug Verletzungen erlitten und müssen in einem geschützten Bereich nicht noch zusätzliche erleben. Natürlich gehören in Trauerprozessen Gefühle wie Ärger, Wut, Hass dazu, aber diese dürfen nicht auf andere Mitglieder projiziert werden.

Für mich persönlich gab es Hochs und Tiefs, aber wenn ich zurückschaue, überwiegt die Freude darüber, einen Ort gegen das Vergessen geschaffen zu haben. Jeder, der bei uns ist, entscheidet, wie lange wir ihn auf seinem Weg begleiten dürfen und inwieweit er ein aktiver Teil unserer Gemeinschaft wird. Auch die stillen Mitleser, die aus den Worten der anderen ihre Kraft schöpfen, sind willkommen.

Ein Ort der Trauer für jeden Menschen, gegen das Vergessen. Das war ein Ziel und wird ein Ziel bleiben. Nicht immer kann man alle Menschen zufriedenstellen, aber eine Freundin, die ich hier kennengelernt habe, verglich es einmal mit einem Orchester. Diesen Vergleich finde ich sehr passend, weshalb ich sie gern an dieser Stelle zitieren möchte:

„Stellen wir uns alle bitte mal vor, wir säßen in einem Sinfoniekonzert. Wir lauschen der Musik und saugen förmlich den wunderschönen Klang der Instrumente in uns auf. Wir schließen die Augen, weil unsere Seele sanftmütig von der Musik gestreichelt wird. Wir lassen uns fallen. Denken an nichts. Wir hören einfach zu und genießen die Harmonie, die zwischen den Instrumenten besteht.

Und dann, ganz plötzlich, spielen ein paar Musiker falsch. Ihre Instrumente haben sich entweder verstimmt oder die Spieler sind in der Notenzeile verrutscht. Geben wir als Zuhörer dann dem Dirigenten die Schuld, obwohl wir wissen, dass er nichts dafür kann? So etwas passiert. Kein Musiker ist oder spielt perfekt. Jeder Einzelne in diesem Orchester ist für sich und sein Instrument selbst verantwortlich. Nicht der Dirigent!

Die Aufgabe eines Dirigenten besteht allein darin, dass ALLE Instrumente so MITEINANDER harmonieren, dass letztendlich für uns Zuhörer ein wunderschönes Konzert entsteht.

Hier, an diesem Ort, auf dieser Plattform, sind wir eine Art Musiker in einem riesigen Orchester. Jeder hat sein Instrument zu stimmen und zu spielen wie in einer Generalprobe. Und jeder sollte sich seiner eigenen musikalischen Bildung und sich dessen bewusst sein, dass ein Dirigent und seine „Ersten Stimmen“ zwar den Taktstock schwingen bzw. den „ersten Ton“ angeben müssen, jedoch tragen sie keine Schuld an der Unstimmigkeit zwischen den Instrumenten. Denn dafür ist jeder Musiker selbst verantwortlich.“

Als „Dirigent“ dieser Seite werde ich weiterhin mein Bestes geben, damit sich hier viele Menschen wohlfühlen und sich mit ihrer Trauer weiterhin aktiv auseinandersetzen können.

Mit lieben Grüßen
Marek Jan Spyrka
Köln, den 06.06.2012

 

 

Wie die Zeit vergeht, dieses Jahr werden wir – unsere Seite – schon zehn Jahre alt. Manchmal gab es Momente, in denen mir die Kraft gefehlt hat, weiterzumachen, aber ich war mir sicher, dass ich ein tolles Team hinter mir habe, welches mich immer wieder unterstützen wird und wenn es nötig ist, mich auch gut vertreten kann.

Letztes Jahr im Mai ist mein Papa nach schwerer Krankheit (Krebs) verstorben. Der Schmerz sitzt tief, die Trauer überrollt mich an manchen Tagen, aber dieses Mal ist die Trauer ein bisschen anders, als vor zehn Jahren bei Mario. Der Verlust schmerzt, aber während der ganzen Krankheit meines Papas habe ich hier auf der Seite Unterstützung bekommen, es waren einfach Menschen für mich da, die mich und meine Familie auf dem Weg virtuell begleitet haben. Die mit uns gelitten, aber auch über schöne Momente sich mit uns gefreut haben. In vielen Momenten war ich dankbar, einen Ort zu haben, an dem ich mich sicher gefühlt habe, an dem ich meine Gefühle aussprechen durfte, ohne Rücksicht nehmen zu müssen, vielleicht jemandem auf den Wecker zu gehen.

Wir haben auch in den letzten Jahren lieb gewonnene Mitglieder unserer Seite durch Krankheit verloren. Sie hinterlassen eine riesige Lücke, denn auch sie hatten hier sehr viele Freunde, die sie schmerzlich vermissen. Sie begegneten uns, sie sind ein Teil des Weges mit uns gegangen und dann verließen sie uns wieder. Sie sind, meines persönlichens Glaubens nach, ihren Lieben gefolgt. Wir werden Euch nicht vergessen und Euch in guter Erinnerung behalten. Auch hier unter uns – auf der Seite – sind Menschen, die für immer von uns gehen.

Die Seite ist immer weiter gewachsen in den letzten Jahren, so hinterließen auch viele Menschen hier auf der Seite ihre Spuren. Spuren, die sie mit uns gemeinsam geteilt haben. In mir ist so viel Dankbarkeit, so viele wunderbare Menschen kennen gelernt zu haben. Mein Leben hat die letzten fast zehn Jahre eine Bereicherung erlebt, weil ich Teil des Lebens dieser Menschen hier auf der Seite werden darf, indem sie mir Einblick in ihre Gefühlswelt gewähren

Technisch wird sich auch einiges auf unserer Seite verändern. Sie bekommt einen neuen Anstrich, eine neue Startseite und neue Software. Wir haben – dank Unterstützung unserer Mitglieder – einen eigenen leistungsstarken Server, der die Besucherzahlen gut meistert und auch hier war ich dankbar, dass die Gemeinschaft zusammengehalten hat.

 

 

Trotz eigener Schicksalsschläge bin ich immer noch nicht müde geworden, weiter an diesem Projekt zu arbeiten, weil es das wert ist, Menschen einen Ort des Gedenkens zur Verfügung zu stellen. Ich habe immer wieder den Leitfaden vor meinen Augen. In diesem habe ich im Jahr 2006 z.B. notiert: Der Umgangston untereinander ist mir sehr wichtig! Hier werden Menschen aufeinandertreffen, die unterschiedlich sind, aber alle haben einen Verlust erlitten, sie sind verletzt und verletzlich. So müssen wir gut aufeinander achten, um den anderen nicht neue Verletzungen zuzufügen. Und darunter habe ich die Regeln für die Seite erstellt, damit das gemeinsam funktionieren kann.

Ich wünsche mir, dass dieses Projekt weiterhin Menschen hilft, sich in der Trauer nicht alleine zu fühlen, und dass das Thema Tod, Sterben aus der Tabuecke geholt wird. Dass Menschen, die nicht trauern, vielleicht begreifen, dass unser Leben sich durch den Verlust verändert hat. Jeder Mensch entwickelt sich weiter und auch unsere Trauer braucht einen Raum und Zeit, damit wir uns weiter entwickeln, um zu lernen, mit dem Schmerz zu leben.

Marek Jan Spyrka
Köln, 10.01.2016

10 Kommentare:

  1. geschrieben am 07.04.13 um 12:47 von Vivian von Avalon

    antworten

    Hallo Marek Jan,
    ich habe jetzt endlich mal die Ruhe gefunden und die Seitengeschichte gelesen …
    Deine Einstellung finde ich echt gut. – Auch ich war in anderen Foren nicht willkommen bzw. wollte dort auch nicht mehr sein, weil a) man es mir anscheinend „ankreidete“, dass ich nicht damit hinter dem Berg halte, dass ich keine Christin bin, sondern eine sog. „Weiße Hexe“, das geht anscheinend im christlichen Kulturkreis gar nicht – b) mir der Umgangston in manchen Foren nicht gefiel und c) es mir noch weniger gefiel, dass das ganze Internet überall mitlesen konnte und nicht nur registrierte Mtiglieder, gerade in so einem sensiblen Bereich …
    LG von Vivian

  2. geschrieben am 18.12.13 um 21:30 von Silvia1.12

    antworten

    Hallo Marek Jan,
    ich habe erstmal ein bißchen in deinem Portal rumgeschnüffelt und bin dadurch auf deine Geschichte gestossen. Sie hat mich sehr berührt. Ich bin froh das es das Trauerforum gibt. Vielen Dank dafür.
    LG von Silvia1.12

  3. geschrieben am 14.02.14 um 09:29 von himmel

    antworten

    Hallo Marek,
    auch ich bin eben erst auf die Seitengeschichte gestossen. Ich fühle mich immer wohler hier. Deine Worte haben mich sehr berührt. Ich finde in meinem wirklichen Umfeld nicht wirklich Verständnis dafür für die heftigen manchmal unerträglichen Schmerzen, die der kommende Verlust bei mir auslöst. Hier fühle ich mich verstanden. Ich muß noch üben, weil ich ein InternetGrünschnabel bin, und ecke manchmal auch noch an. Aber ich werde die ungeschriebenen Regeln auch irgendwann verstehen. Auch wenn ich manchmal stolpere. Dann stehe ich auf, wische den Staub ab und gehe weiter… Gell?

  4. geschrieben am 05.08.14 um 15:51 von Sternenspringer

    antworten

    Lieber Marek Jan,

    auch ich habe erst jetzt Deine persönlichen Zeilen gelesen und bin tief berührt. Ich gehöre zu den stillen Lesern dieses Forums und habe (noch) keine Worte zu meiner Trauer gefunden doch die Gemeinsamkeit der Gefühle, die ich hier immer wieder finde, läßt mich regelmäßig auf dieses Forum „einkehren“. Ich möchte Dir von Herzen danken, dass Du diese Möglichkeit geschaffen hast und auch weiterhin erhältst – so dürfen alle Gefühle ausgedrückt werden und so bleiben diejenigen unvergessen und weilen weiterhin unter uns, die in eine andere Sphäre gegangen sind.
    Ganz herzlichen Dank, lieber Marek Jan

  5. geschrieben am 01.02.16 um 22:06 von Selena

    antworten

    Ich danke dir. Selena
    Ich werde um meinen , einfach tollen Mann Willi ,den ich 35 Jahre über alles geliebt habe trauern, aber auch mein einsames Leben irgendwie erträglich finden. Aber im Moment wohl doch nicht.

  6. geschrieben am 01.02.16 um 22:08 von Josef

    antworten

    Lieber Marek Jan,
    ich habe Deine Zeilen aufmerksam gelesen und bin sehr sehr berührt.
    Danke auch für alles, was Du für die vielen Menschen hier tust.
    Ich bewundere das sehr.
    Liebe Grüße
    Josef

  7. geschrieben am 29.02.16 um 14:58 von In Stille

    antworten

    Lieber Marek Jan
    Vielen Dank für alles, was du/ihr hier machst, es ist sooo wertvoll!
    Es ist auch alles so wunderbar organisiert, auch die Serverumstellung etc., das tut gut; man fühlt sich auch dadurch gehalten durch das gutstrukturierte Engagement, wenn man selbst im Gegensatz dazu sich in einer absolut desolaten Situation befindet.

  8. geschrieben am 08.03.16 um 16:36 von carin elies

    antworten

    lieber marek jan,ich danke für deine einfühlsamen worte,mit denen du uns an deinem leben teilhaben lässt. ich verlor vor 2 3/4 jahren meine tochter,fand sie tot auf und meinen enkel,7 jahre,der 2 tage mit seiner verstorbenen mutter in der wohnung war. er lebt bei mir,ist mein ein und alles,ich bin ohne wenn und aber für ihn da. aber manchmal bin ich so angstvoll und auch wütend. schaffe ich das alles? ich bin 63 jahre alt,vermisse meine tochter so sehr. es tut so weh.

  9. geschrieben am 18.05.16 um 17:26 von Steffi

    antworten

    Lieber Marek-Jan,
    heute habe ich endlich mal die Zeit gefunden die Entstehungsgeschichte dieses Forums zu lesen. Ich möchte Dir und allen, die Dir behilflich sind meine allergrößte Hochachtung aussprechen. Dass Du dieses Forum ins Leben gerufen hast, dass Du es weitermachst, dass Du Deine Energie und Zeit dafür opferst. Es ist so wichtig einen Ort zu haben, an dem man trauern kann, wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann und Du hast es möglich gemacht und tust es weiterhin. Dafür möchte ich Dir heute einmal einen großen Dank dalassen. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben für die Zukunft nur das Beste. Es ist eine wundervolle Seite und ich bin so dankbar, dass es sie gibt.
    Liebe Grüße.

  10. geschrieben am 08.11.16 um 19:13 von Josef

    antworten

    Lieber Marek Jan,

    meinetrauer.de ist für viele Menschen eine sehr wichtige und wertvolle Seite.

    Ganz herzlichen Dank für Deinen Einsäz dafür mit dem gesamtem Team und den Mitgliedern hier.

    Hier fühlt man sich verstanden.

    Liebe Grüße und D a n k e
    Josef

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*