jetzt schreib ich schon in ein Forum. Erst die Besuche in den Kirchen, das Weinen beim Orgelspiel vor allen Menschen und nun sowas.
Ich weiß dass ich so stark zu beginn war, dass ich allen Mut machte und ihnen mit einer Kraft, die ich irgendwoher hatte, die Trauer nahm. Doch nun denke, habe ich all die Trauer, die ich den Leuten nahm, in mir. Ich komme mit dem Leben ohne dich nicht mehr klar. Ich laufe durch Berlin und sehe dich überall, obwohl du nie hier warst. Ständig hab ich dich vor meinem Auge, wie du im Krankenbett noch kurz die Augen aufmachtest um mir etwas zu sagen. Ich zerbreche an meinen eigenen Gedanken, an der egoistischen Trauer. Letztendlich bemitleide ich mich ja nur selbst, weil ich dich nicht mehr habe. Dir geht es jetzt besser, das weiß ich. Du bist bei deinen Eltern und bist endlich erlöst von all den Qualen. Wenn man sich eine Krankheit ausdenkt, du hattest sie fast alle. Krebs, Herzklappe, Epileptikerin, Schlaganfälle, Krämpfe. Ich liebe dich! Du hast mir gezeigt dass es immer weiter geht, doch irgendwie fehlt mir gerade alles. Um den großen Cobain zu zitieren: Ich spühre keine Leidenschaft mehr. Ich liebe dich Mama. Du bist noch immer so wunderschön. Wenn du mich Nachts in meinen Träumen besuchst bin ich am morgen danach der glücklichste junge Mann. Und eigentlich wär ich wieder gerne der, der 10 Jahre alt ist und schmutzig vom Fussball spielen heimkommt um dann mit dir GZSZ zu schauen. Ich will mit dir an den Bodensee und Vesperbrote essen. Mit dir Grillen und deinen Nudelsalat genießen. Ich will soviel und doch nur so wenig. Ein Wunsch, und der bist Du. Ich liebe dich, Mama. Bald ist es einen Monat her. Ein verdammter Monat, und es werden noch mehr kommen. Und auch noch Jahre. Und bald bin ich 27 Jahre jung, und was ist dann? Oh Mama.


































































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