• Trauer um mein Haustier

    Trauer um ein Haustier...

    Kann man um ein Haustier trauern? Ja man kann, tief und schmerzvoll, denn oft sind doch unsere Tiere nicht nur Tiere, sondern auch Familienmitlgieder, die uns lange begleiten.

    Wollte euch mal die letzten Tage meines Hundes Argon s (Dobermann 7 1/2 Jahre) erzählen,(ist na klar auch der Hund meines Mannes) vielleicht versteht man dann diese Liebe zu einem Tier besser und warum man trauert.


    Am Donnerstag, 29.12.2005 waren wir bei Claudia und Mann mit unserem Hund.

    Dort hat er 2 mal gehustet, sonst war er topfit.
    Na gut, Husten kommt auch mal bei Hunden vor.

    30.12.2005
    Am Mittag wurde der Husten schlimmer und mein Mann ist direkt zur Tierklinik gefahren ohne mir was zu sagen.
    Dort wurde er untersucht und die Ärztin meinte irgendetwas stimmt mit dem Herzen nicht. Wir müssen mal ein Ulltraschall machen.
    Gesagt getan.
    Als sie vom Ulltraschall zurück kam, sagte sie das sie gar kein machen könnte, da alles voller Wasser war und sie nichts sieht.
    Wir mussten Argon dann bis zum Abend dort lassen, damit er entwässert wurde.
    ( Argon war bis dato nur einen Nachmittag seines Lebens bei Freunden von uns, und sonst nur mit uns zusammen, schon ihn da lassen zu müssen war ein Schock)

    Um 19.00 Uhr sollten wir nochmals vorbeikommen.


    Mein Mann hat es mir dann persönlich nach der Arbeit erzählt als er mich abholte.

    Ich konnte nur noch denken: oh mein Gott, nein nicht unser Hund, Schock

    Wir waren eine halbe Stunde früher als ausgemacht dort.

    Wir konnten dann ziemlich schnell ins Sprechzimmer, dort hat sie dann
    unseren Hund geholt.
    Er kam freudig auf uns zu. die Wiedersehnsfreude war auf beiden Seiten riesig.
    Dann holte sie die Ulltraschallbilder hervor und erklärte sie uns.

    Das Herz unseres Hunde ist geschädigt. Die Vorhofkammer und Herzkammern sind stark geschädigt.

    Meinem Mann war sofort klar, was das heißt.
    Ich habe erst gefragt, welche Medikamente geben wir denn nun und was haben wir zu beachten, was heißt das Überhaupt.
    Sie: L e b e n s e r w a r t u n g von nur e i n e r Woche. Mit dieser schweren Schädigung müßte der Hund eigentlich schon tot sein.

    Peng, das saß.Ich hab gedacht, sie irrt sich, schau dir diesen fitten Hund an, das kann nicht sein.


    Sie schlug vor den Hund über Nacht dazubehalten und auf Medikamente einzustellen.

    Ich: Können Sie garantieren, das er die Nacht überlebt?
    Sie: Nein, nicht bei der schweren Schädigung.
    Ich: Dann kommt er mit nach Hause, wenn er stirbt, dann bei uns, in seinem vertrautem Umfeld, in unseren Armen.

    Habe meinen Mann gar nicht gefragt, sondern entschieden. Er hat mir hinterher erzählt, das er Argon lieber da gelassen hätte.


    Sie gab dann unter EKG noch Herzmedikamente intravenös.

    Der Tipp für den Hund: Schonen, nicht von der Leine lassen, keine Aufregung.
    Medikamente bekamen wir mit und haben dann noch ein paar im Apotheken Notdienst geholt.

    Wir sind dann nach Hause und gassi gegangen.

    Haben ihn von der Leine gelassen.
    Argon hat dann noch ein paar Häschen gejagt und war bis auf ein paar
    Huster topfit.

    Keine Lethargie, kein Leistungsabfall, gar nichts "nur Husten".


    Wir waren uns sicher, das wir ihn noch ca. 3 Monate haben werden und machten Pläne, wie er keine Sekunde alleine bleiben sollte, damit er nicht erstickt, wenn er alleine ist.

    Es gab nun nur noch 2 Arten wie er natürlich sterben würde, entweder umfallen und auf der Stelle tot sein oder ein Erstickungstod, da die Lunge voll Wasser laufen würde.

    Die Nacht hat er wie jede Nacht seit 7.5 Jahren in meinen Armen geschlafen.

    Ich habe nur gedöst und war bei jeder Bewegung wach.
    Aber nur 2 Huster, sonst hat er super geschlafen.

    Am 31.12.05 ist mein Mann mittags wieder zur Tierklinik zur Kontrolle, ich war im Geschäft.


    Dort staunte man das der Hund noch lebte. Nochmal EKG und intravenös Herzmedikamente.


    Zur Kontrolle am 01.01.06 um 15.00 Uhr


    Nachmittags gassi: wieder auf Häschenverfolgungsjagd.


    Gegen 19 Uhr wurde er unruhig. Wir nochmals raus mit ihm.

    Die Knaller mochte er nicht und hat ein paar mal gebellt.

    Danach gings nach Hause auf die Couch, er war sehr ruhig.


    Gegen 22 Uhr hatte er einen starken Hustenanfall und sich in sein Körbchen verzogen.


    Um 22.30 hatte er nur noch gehustet und kaum Luft bekommen.

    Da wir ihn nicht aus seiner Ecke herauskamen, lockten wir ihn mit Fleischwurst. Das half.

    Schnell wurde die Entscheidung getroffen nochmals gassi zu gehen, auf mein drängen, vielleicht hilft s, das war meine Hoffnung. Mein Mann ahnte und wusste irgendwie schon, wenn wir nun aus dem Haus gehen, dann kommen wir ohne ihn zurück. Bei ihm liefen schon die Tränen, als wir die Treppen runtergingen und Argon hustete.


    Wir sind dann in den Wald gefahren Richtung Tierklinik. Dort gab es noch einen letzten Bach und er schlich nur noch hinter uns her.

    Kein Interesse an der Umwelt, ein mühseliges hinterherschleichen.

    Für uns war klar, das sind jetzt die letzten Minuten unseres Argon s mit uns.

    Ich hab in der Klinik angerufen, um uns anzumelden.

    Wir sind dann dahin und mussten noch im Wartezimmer 10 Min. warten.

    Im Wartezimmer spielte und zergelte er noch mit mir und seinem Ball.

    Nach 5 Minuten kreiste er auf der Stelle und schaute mich ein paar Sekunden lange an.

    Ich hatte das Gefühl, er wollte mir sagen, wenn ich mich jetzt hinlege, stehe ich nicht mehr auf.

    Mein Mann und ich setzten uns dann auf den Boden und streichelten ihn.

    Wir haben eine positive Stimmung erzeugt, das heisst, ich habe meinen Mann ernergisch angeschissen und ihm gesagt, wenn dann soll Argon in schöner und freudiger Stimmung gehen. Er hat sich die Tränen dann verkniffen, bei mir waren keine da, nur Sorge um Argon, das er sich nicht so quälen muss.

    Als der Arzt kam wollte er etwas erklären.

    Ich habe gesagt, keine großen Reden. Erlösen sie ihn, reden können wir hinterher.
    Argon hatte nämlich in der Zwischenzeit Luftnot und starke Hustenanfälle.

    Argon ist im Wartezimmer der Klinik in unseren Armen entschlafen.

    Mein Mann saß vorne am Kopf, hatte ihn ihm Arm, ich habe den Hintern gekrault.

    Am 31.12.2005 um 23. 55 Uhr war er tot. Argon war ein besonderer Hund und fast könnte man glauben, besondere Hunde suchen sich besondere Daten aus,

    den 31.12.2005. Er begann mit uns unsere Selbstständigkeit und beendete sie auf den Tag genau mit uns.

    Unser treuer Begleiter hat uns bis ins Jahr 2005 begleitet und 2006 mussten wir ohne ihn starten.


    D A N K E A R G ON für wunderschöne siebeneinhalb Jahre,


    Ich liebe dich.


    In der Nacht sind mein Mann und ich stundenlang gelaufen und haben geweint. Oft habe ich gedacht, er bricht gleich zusammen.

    Morgens gegen 5 Uhr sind wir in die Wohnung, geschlafen wurde kaum, mit Tränen erwacht und um 10 Uhr sind wir aus der Wohnung geflüchtet.
    Die nächsten 2 Tage haben wir in einem Hotel geschlafen, weil wir es zu Hause ohne ihn nicht aushielten.

    Geholfen über Argons Tod hinwegzukommen hat uns viel Ablenkung, ein neues berufliches Umfeld und ein neuer Vierbeiner.


    Heute nach so vielen Jahren vergeht kaum ein Tag, wo ich nicht vor den Bildern von Argon stehe und an ihn denke.


    Argon war ein besonderer Hund und fast könnte man glauben, besondere Hunde suchen sich besondere Daten aus, den 31.12.2005.

    Er begann mit uns unsere Selbstständigkeit und beendete sie auf den Tag genau mit uns.

    Meine verstorbene Freundin hat 2007 mal geschrieben:


    Hallo meine liebe Anja,

    ich hoffe es geht Dir wieder etwas besser.
    Wie Du den Dicken beschrieben hast,ich sehe ihn vor mir und auch ich habe Tränen in den Augen.
    Er war wirklich ein besonderer Hund,verrückt und liebenswert.
    Sei sicher,es geht ihm gut,da wo er jetzt ist,denk an die Regenbogenbrücke und das wir ihn irgendwann wiedersehen werden,ich freue mich darauf!
    Liebe Grüsse Deine Freundin Claudia

    Trauer um ein Haustier? Ja denn ein Familienmitglied geht.